Steckbrief »15 Bichon Frisé«

Beschreibung

Es passiert nicht allzu oft, dass den Erfahrensten unter uns der Atem stockt und die Tränen in die Augen steigen…Die Fakten waren klar: 40 beschlagnahmte Bichons von einem Vermehrer, verwahrlost und zu Zuchtzwecken missbraucht. Man war also vorbereitet. Doch mit dem, was kam, hatte niemand gerechnet. Völlig verwahrloste, verfilzte Fellknäuel, wo man weder vorne noch hinter erkennen konnte, dreckig, stinkend und voller Panik. Manche konnten kaum noch laufen, so sehr war das Fell verfilzt. Der entsetzliche Zustand der Hunde ließ alle für einen Moment des Schocks innehalten. Die Hunde wurden in totaler Dunkelheit, völlig isoliert, ohne menschlichen Kontakt und in ihrem eigenen Dreck vor sich hin vegetierend, nur um Wurf um Wurf Welpen zu „produzieren“, gehalten.
Diese Hunde haben die Hölle hinter sich. Ihre verletzten Seelen werden Zeit brauchen, um Vertrauen aufzubauen. Wenn Sie sich für einen dieser Hunde interessieren, bedenken Sie dies bitte. Diese Hunde haben es mehr als verdient, von nun an ein würdiges Leben zu führen.

Die einzelne Hunde werden auf unserer Vermittlungsseite „Unsere Hunde“ vorgestellt.

Falls Sie für die Tierarztkosten der Bichons spenden möchten, können Sie dies gerne tun. Geben Sie bitte das Stichwort „Bichon“ an (Kontonummer 603 876, Stadtsparkasse Völklingen, BLZ 590 510 90).

Ein „Augenzeugenbericht“

Alles fing mit einer gemütlichen Feier an, als da eine liebevolle Bitte an mich herangetragen wurde, doch ein paar Säcke Decken usw. für ein armes französisches Tierheim zu transportieren.
Gut, warum nicht. Ich bin ja schon seit Jahren zahlendes Mitglied bei dem Verein "Tiere in Not Saar e.V.", warum dann nicht mal aktiv mithelfen. Ich habe ein großes Auto, Hundeerfahrung, ein großes Herz und bin hart im Nehmen....dachte ich.
Das mit dem Transport der vielen großen Säcke altes Bettzeug, Decken und Tücher war doch erst mal kein Problem. Die Tierschützer des franz. Tierheims sollten die beschlagnahmten Hunde in unsere Nähe nach Frankreich transportieren und uns dann übergeben. Mehrere Tierschützer, die eine Pflegestelle haben, hatten sich schon im nahen Frankreich versammelt und erwarteten die Ankunft der Hunde.
Was ich vorher erfahren hatte, war schlichtweg unfassbar: 40 Bichon Frisé sollten bei einer französischen "Vermehrerin" beschlagnahmt werden, da sie in einem total verwahrlosten Zustand waren und in einer dunklen Box im dunklen Stall mit 10 Pferden zusammen gehalten wurden. Als Gebärmaschinen missbraucht und äußerst vernachlässigt. Wie schlimm, das konnte sich bis dahin niemand vorstellen.
Als dann endlich der Transporter mit den Hunden kam, blieb uns schlichtweg die Luft weg, denn als die Türen geöffnet wurden, schlug uns ein bestialischer Gestank entgegen.
15 arme Bichons in total verwahrlostem Zustand schauten uns genauso erschrocken an, wie wir sie. Obwohl wir im Freien standen, konnten wir kaum atmen wegen diesem unerträglichen Geruch.
Die Hunde waren sehr stark verfilzt, einige konnten kaum laufen. Nach einem kurzen Schreck packten alle sofort an, einer rief unseren Tierarzt in Schwarzenholz, Hr. Dr. Kai Weber, an und fragte, ob wir die sich in sehr schlechtem Zustand befindlichen Hunde so schnell wie möglich in die Praxis bringen könnten, um sie impfen, scheren, entflohen und chippen zu lassen. Der Tierarzt sagte uns sofort für den nächsten Morgen noch vor seiner Sprechstunde zu.
Als meine Freundin und ich 7 Hunde sehr früh am nächsten Morgen wieder eingesammelt und zum Tierarzt gebracht haben, hat uns die Fahrt dorthin vor Gestank fast den Atem geraubt. Aber die armen Tiere konnten ja nix dafür, das waren die Folgen der totalen Vernachlässigung durch ihre Besitzerin. Dort angekommen erwartete uns schon ein tolles Tierarzt-Team. Mehrere Tierarzthelferinnen und Dr. Kai Weber vollbrachten hervorragende Leistung. Kein Weg war ihnen zu viel, sie arbeiteten
Hand in Hand und scherten, entflohten, badeten, impften und chippten die armen Hunde. Natürlich alles unter Narkose, da diese Tiere nicht viel Kontakt mit Menschen hatten. Trotzdem waren aber alle sehr ruhig und brav.
Man konnte bei einigen Hunden nicht erkennen ob es eine Hündin oder ein Rüde war. Nach der Entfernung des Felles, bei manchem Hund über 600 g, konnte man erst richtig sehen, was sich darunter verbarg.
Obwohl meine Freundin und ich wie aufgescheuchte, verzweifelte Hühner im Weg standen, hat die Tierarztpraxis hervorragende Arbeit geleistet und noch vor der Sprechstunde 5 Hunde medizinisch bestens versorgt, so dass sie wieder auf ihre Pflegestelle konnten.
Eine Hündin hatte so starke Entzündungen an der Gebärmutter, dass sie wahrscheinlich durch diese Aktion gerettet wurde.
Alles in allem waren alle 15 Hunde äußerst schlecht im Zustand und sind nun zum Glück auf dem besten Weg ein schönes Leben anfangen zu dürfen.
Für mich war es der erste und bestimmt nicht der letzte aktive Einsatz beim Tierschutz, aber es war, wie mir auch von den anderen Vereinsmitgliedern berichtet wurde, bisher wohl mit der schlimmste. Unfassbar wir grausam Menschen mit Tieren umgehen können.